Westernhorse, Ausgabe 12/2020, Kierdorf Verlag.

„Holzpferde“ nennt sie Birgit Ferstl. Arbeitspferde, die unter elendigsten Bedingungen Baumstämme in den Wäldern Bulgariens schleppen müssen. Viele krepieren unter der Last und sterben auf eine Art und Weise, die einem mitfühlenden Menschen die Tränen in die Augen treibt. Sie brechen schlicht zusammen und liegen sterbend am Wegesrand, vergessen und erloschen. Das nächste Pony wird eingespannt und erliegt früher oder später demselben Todeskreislauf. Ein Perpetuum Mobile des Dahinsiechens und der Qual. Tierschutzgesetze existieren nicht in einem Land, in dem die Armut regiert. Bulgarien ist so ein Land. Ein Pferdeleben ist nur den Kilopreis wert, den das Fleisch bei der Schlachtung einbringt.

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